Das Jubiläumjahr 1959
(200. Todestag von Georg Friedrich Händel)
"... Bei uns wird die Händelsche Musik mit ihrer
Verständlichkeit , Volkstümlichkeit und ihrem großartigen
Optimismus als Gegengewicht gegen jegliche Erscheinungen der
Dekadenz gepflegt . Kunst und Kultur werden bei uns nicht als eine
Angelegenheit von Fachleuten und Auserwählten> behandelt,
sondern die Werktätigen, besonders die Arbeiter und Bauern, nehmen
in zunehmendem maße an ihnen teil...."
Otto Grotewohl; Erster Ministerpräsident der DDR
Bilanz
Seit 1952 waren in Halle jährlich zwei bis drei Händel-Opern
aufgeführt worden, acht
verschiedene Werke - 20 Oratorien bzw. größere Chorwerke in
z.T. mehrfachen Interpretationen - Zahlreiche Publikationen waren
zu Leben und Werk Händels erschienen.
Akzente
1958 hatte der V. Parteitag der SED in Berlin die Aufgabe gestellt,
`den Sozialismus auf allen Gebieten des Lebens zum Siege zu führen.
Die 1. Bitterfelder Konferenz im April 1959 bestärkte die
Forderung, Händels Musik den Menschen "aller Klassen und Schichten"
nahezubringen.
Am 14. April 1959 findet im Rahmen der Händel-Ehrung ein
Staatsakt der Regierung der DDR im Theater des Friedens statt.
Dem wachsenden Anspruch auf Internationalität folgend, wurden
zu den achten Händel-Festspielen verstärkt internationale Künstler
und Gäste eingeladen u.a.: das Deller-Consort aus London, Helene
Boschi aus Paris, der Russische Akademische Staatschor.
Das Programm:
Eröffnungskonzert ("Triumph von Zeit und Wahrheit")
- Orchesterkonzert mit zeitgenössischen Werken
- Klaviervortrag
- Kranzniederlegung
- Festakt der Regierung der DDR
- Violinvortrag
- 2 Kammerkonzerte (Deller-Consort, Helene Boschi)
- 2 Chorkonzerte (Russischer Akademischer Staatschor der
UdSSR)
- Vokale Kammermusik
- die Oratorien: Judas Maccabaeus, Belsazar, der Messias,
Allegro ed il Pensieroso, das Mansfelder Oratorium von E.-H.
Meyer
- die Opern: Admetos, Caesar in Ägypten, Poros, Ariodante
(Gastspiel der Deutschen Staatsoper Berlin) 6- tägige
Wissenschaftliche Konferenz.