Neue Wege in den 60er Jahren...

"Händel ist im Sinne des progressiven Bürgertums seiner Zeit Realist, Humanist, Aufklärer. Er hat stärkstens auf die Zeit des Sturm und Drang sowie der Klassik gewirkt...", Walther Siegmund-Schultze 1962

Akzente

Die 60er Jahre waren Jahre der Stafetten-Übergabe an eine neue Generation.
1969 legte Horst-Tanu Margraf den Dirigentenstab aus der Hand.

Die Suche nach einem eigenen exemplarischen Halleschen Aufführungsstil führte zu Kontroversen zwischen Theaterpraktikern und Musikwissenschaftlern.
Aufführungspraktische Fragen standen in den jährlichen wissenschaftlichen Konferenzen ebenso im Mittelpunkt wir die erstrebte Definition eines "neuenbildes".

Händel wurde als "Klassiker", als "Aufklärer" herausgearbeitet und definiert.

Für die Opernaufführungen hieß das: Distanzierung von den in den 50er Jahren propagierten Bearbeitungsmethoden. Hin zu einer weitgehend wörtlich übertragenen deutschen Textfassung, hin auch zu einer unangetasteten, ausschließlich dem Notenbild folgenden musikalischen Umsetzung der Partitur. Dramaturgische Retuschen blieben im Sinne des realistischen Musiktheaters erhalten.

Händelkonzerte, Händelvorträge gelangen verstärkt in die kleineren Orte von Halles Umgebung. Sie werden teilweise in die Händel-Festspiele eingebunden. Über ausgeklügelte Anrechtssysteme und gegebenenfalls über freien Eintritt werden Werktätige in Stadt und Land sowie Schüler zentralgesteuert mit Händels Werk konfrontiert.


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Georg Friedrich Händel