Erst acht Tage vor der Uraufführung vollendete Händel 1735 die Partitur zur Oper »Alcina«, die
trotz des Erfolges fast zwei Jahrzehnte lang in Vergessenheit geriet. Sie ist nach »Ariodante« die
zweite Ballettoper, die für das Covent Garden Theatre geschrieben wurde und zusammen mit der von
John Rich verpflichteten französischen Tanzgruppe unter der Leitung der Primaballerina und
Choreografin Marie Sallé entstand.
Die Textgrundlage fand Händel in Antonio Fanzaglias Libretto zur Oper »L'isola d'Alcina« von
Riccardo Broschi, das auf den 6. und 7. Gesang aus Ludovico Ariostos Epos »Orlando furioso« (1516)
zurückgeht. Bradamante, verkleidet als ihr Bruder Ricciardo, ist auf der Suche nach ihrem
verschwundenen Geliebten Ruggiero und findet ihn schließlich auf der Insel der Zauberin Alcina, die
ihn dort festhält. Mit ihren magischen Kräften konnte Alcina bisher jeden Mann für sich gewinnen.
Wenn sie der Zuneigung ihrer Liebhaber überdrüssig wurde, verwandelte sie diese kurzerhand in
Steine, Bäume oder Tiere. Erst in Ruggiero findet sie ihre wahre Liebe, durch die sie aber ihre
Zauberkräfte verliert und mit ihrem Reich untergeht.
Für die Inszenierung der Neuproduktion in Halle zeichnet der in Polen geborene Maler und
Regisseur Andrej Woron verantwortlich, der für seine explosive und fantastische
Theaterbildersprache bekannt ist.
Karten: 60, 45, 30 €


