Samstag, 9. Juni 2012 15:00 Konzerthalle Ulrichskirche

Lobet und singet

Psalmvertonungen von J. S. Bach, G. F. Händel und G. Ph. Telemann


 Lobet und Singet!
Psalmvertonungen von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann


DIE MITWIRKENDEN

DAS PROGRAMM

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
„Laudate Jehovah omnes gentes“  TWV 7:25
Text: Psalm 117 (V. 1, 2)

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
„Lobet den Herrn, alle Heiden“ BVW 230
Text: Psalm 117 (V. 1, 2)

Georg Friedrich Händel
„O praise the Lord with one consent“  HWV 254
Chandos Anthem IX
Text: New Version of the Psalms (Nahum Tate, Nicholas Brady), 1696, 7/1712: Psalm 135 (V. 1-3, 5), Psalm 117 (V. 1, 2), Psalm 148 (V. 1, 2), Alleluja

PAUSE

Georg Philipp Telemann
„Singet dem Herrn ein neues Lied“ TWV 7:30
Text: Psalm 96 (V. 1-9)

Johann Sebastian Bach
„Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225
Text: Psalm 149 (V. 1-3), Psalm 150 (V. 2 und 6), Johann Gramann 1540 „Nun lob, mein Seel, den Herren“ und unbekannter Textdichter

Georg Friedrich Händel
„O sing unto the Lord a new song“ (2. Fassung) HWV 249 b
Chandos Anthem IV
Text: Psalm 96 (V. 1, 3, 4). Psalm 93 (V. 4), Psalm 96 (V. 9, 11, 13)

ZUM KONZERT
„Jauchzet dem HERRN, alle Welt; singet, rühmet und lobet!“ (Psalm 98,4)

Seit vielen Jahrhunderten zählt das Buch der Psalmen mit zu den wichtigen textlichen Vorlagen der Kirchenmusik. Psalmvertonungen sind in Motetten, geistlichen Konzerten und Passionen ebenso anzutreffen, wie in einzelnen Sätzen von Kantaten, deren Form sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts zu einem eigenen Ausdruck evangelischer Kirchenmusik herausbildete.
Diese oben genannte enge Verknüpfung von Dichtung und Musik reicht bis in die Entstehungszeit der Psalmen - etwa 600 bis 300 vor Christi Geburt - zurück. Wurden die Texte anfänglich mündlich überliefert, brachte erst die aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammende Septuaginta ihre schriftliche Zusammenfassung. Im hebräischen Original werden diese Gebetstexte mit dem Wort für „ Hymnus“ (tehillim) überschrieben, ihren abendländischen Namen „Psalmen“ erhielten sie durch die griechische Übersetzung „psalmoí“ für das hebräische Wort „mizmor“, welches nichts anderes als „ Musik machen“ bedeutet.

In den Psalm-Überschriften sind häufig Angaben zu finden, die Hinweise auf die Art der musikalischen Aufführung geben. Mehrfach werden hier auch Musikinstrumente genannt. Diese musikalischen Angaben sind allerdings nicht immer zu entschlüsseln. Häufig beziehen sie sich auf Musikinstrumente, die uns ihren Namen nach zum Teil nicht mehr bekannt sind. Aber auch ohne eine genaue Identifikation zeigen solche Angaben, dass der Hymnus ein feierlicher Gesang war, der von Schlag- oder Saiteninstrumenten begleitet wurde.

Neben der Verwendung in der Liturgie der Synagoge bis auf den heutigen Tag fanden die Psalmen ebenfalls Eingang in die Liturgie der großen christlichen Kirchen und dienten vielen Komponisten als Inspirationsquelle. So entstanden und entstehen auch heute noch Psalmvertonungen in denen das Lob Gottes, der Dank oder die Freude, aber auch Klage, Trost oder Vertrauen auf Gott ihren jeweiligen musikalischen Ausdruck finden. Sie haben die Geschichte und das Gesicht Europas von innen her mitgeprägt. Eine ‚kleine Biblia’ - so nannte Martin Luther die Psalmen. Luther als „ Erfinder“ des Psalmliedes  verfasste selbst auch einige Nachdichtungen,  so das bekannte Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ (EKG 201) nach dem 46. Psalm, oder das Lied „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ (EKG 299), das den Psalm 130 zur Vorlage hat.


Gegründet im Jahre 1999, hat sich das Bach Consort Wien rasch zu einem der wichtigsten Barockensembles Österreichs entwickelt.
Nach ersten erfolgreichen Konzertreihen in der Wiener Hofburgkapelle und im Palais Eschenbach etablierte sich das Bach Consort Wien seit 2005 mit regelmäßigen Konzerten im Wiener Musikverein, in dem es mit hochkarätigen Künstlern wie Emma Kirkby, Bernarda Fink, Florian Boesch, Verónica Cangemi und Christophe Coin als Gäste des Ensembles auftritt.
Das Bach Consort Wien ist Gast wichtiger internationaler Festivals wie den Händelfestspielen Halle, Schwetzingen, Rhein Vokal, den Schlosskonzerten Feldkirch, Via Stellae - Santiago de Compostela und dem Festival Estoril in Portugal sowie im Rahmen verschiedener Konzertreihen im Palais Esterhazy Eisenstadt, beim Musikkollegium Winterthur, im Brucknerhaus Linz und am Palau de la Musica Barcelona und Valencia.
In der intensiven Auseinandersetzung mit den Werken Johann Sebastian Bachs hat das Bach Consort Wien seine spezifische musikalische Sprache gefunden. Zudem begründet die Forschungsarbeit zur Beziehung zwischen traditioneller, lateinamerikanischer Musik und europäischer Barockmusik die rhythmische Sicht auf das gesamte Repertoire des Ensembles.
Dem Gründungsgeist des als Kammermusikensemble ins Leben gerufenen Bach Consort Wien sind die Musiker bis heute treu geblieben. Durchsichtigkeit im Klang und Lebendigkeit im Ausdruck sind prägende Qualitäten in der Interpretation so unterschiedlicher Werke wie den Triosonaten Bachs und Haydns großen Oratorien.
Nach wie vor ist das kammermusikalische Musizieren statt eines Probespiels die erste Begegnung von Musikern am Beginn der Zusammenarbeit mit dem Ensemble. Das ermöglicht die Erarbeitung einer gemeinsamen Sprache, die auch in den groß besetzten Projekten zur Geltung kommt.Einen großen Stellenwert für das Ensemble nimmt die solistische Arbeit der Musiker ein - etwa bei den Brandenburgischen Konzerten, oder auch den Solowerken für Cembalo, Violine, Flöte, Oboe und Oboe d’amore, die von den Solisten im Ensemble interpretiert werden. So hat das Bach Consort Wien im Rahmen der Zyklen im Brahmssaal des Wiener Musikvereins J.S. Bachs Gesamtwerk für Soloinstrumente und Orchester mit ensembleeigenen Solisten aufgeführt.
Mit Johann Joseph Fux’ Oratorium Christo nell orto, im Fux-Jahr 2010 im Rahmen der Festivals „ Osterklang“ in Wien und „Psalm“ in Graz, sowie La Maddalena al sepolcro von Giovanni Battista Pergolesi, beim Festival Pergolesi-Spontini 2011hat das Ensemble unter Rubén Dubrovsky zwei wichtige Werke bedeutender Barockkomponisten zum ersten Mal seit der Zeit ihrer Entstehung wieder aufgeführt und auf DVD aufgenommen. Konzerte des Bach Consort Wien wurden von ORF, SWR, Catalunya Musica, MDR und Unitel aufgenommen und übertragen.

Rubén Dubrovsky wurde als Sohn einer polnisch-italienischen Künstlerfamilie 1968 in Buenos Aires geboren. Seinen Weg als Musiker prägten zwei unterschiedliche Erfahrungen, die er auf inspirierende Weise bis heute gekonnt verbindet: die klassische Ausbildung als Konzertcellist und die Beschäftigung mit traditioneller südamerikanischer Musik, die in ihren Wurzeln eng mit der europäischen Barockmusik verbunden ist.
Der vielseitige Künstler ist Mitbegründer und Leiter des Bach Consort Wien, das von der Presse für seine „konzeptuelle Klarheit“ und zugleich „mitreißende Virtuosität“ gefeiert wird.
Mit der laufenden Spielzeit übernimmt Rubén Dubrovsky die künstlerische Leitung des Festivals „Winter in Schwetzingen“, wo er u.a. die deutsche Erstaufführung von A. Scarlattis Marco Attilio Regolo dirigierte sowie zusammen mit  dem Countertenor Franco Fagioli das Eröffnungskonzert mit Werken von Händel, Mozart und Rossini gestaltete. Das Bach Consort Wien ist mit barocker Musik Südamerikas in Schwetzingen zu Gast.
Bachs Weihnachtsoratorium mit Chor und Orchester des Spanischen Rundfunks in Madrid, die erste moderne Aufführung des Oratoriums Cristo nell’orto von Johann Joseph Fux bei den Festivals „ Osterklang“ (Theater an der Wien) und „Psalm“ (Styriarte Graz) sowie Joseph Haydns Die Jahreszeiten bei den Haydn-Festspielen auf Schloss Esterházy zählen zu den Höhepunkten seiner Tätigkeit als gefragter Konzertdirigent.
Dubrovsky konnte sich seit seinen Operndebüts an der Sächsischen Staatsoper Dresden (L'incoronazione di Poppea), am Palau de les Arts Valencia (Arbore di Diana von Vicente Martín y Soler) und an der Oper Bonn (Orlando furioso) als einer der interessantesten Dirigenten auf dem Gebiet der barocken und klassischen Oper etablieren.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind die Opern von Georg Friedrich Händel, bislang mit Produktionen von Giulio Cesare, Rinaldo und Radamisto in Kiel sowie Tamerlano in Bonn.
Für das Festival Pergolesi-Spontini 2011 in Ancona brachte er mit dem Bach Consort Wien La Maddalena al sepolcro von G.B. Pergolesi weltweit erstmals seit der Zeit der Entstehung zur Aufführung.

Karten: 35, 25, 15 €


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