I Turchini
Violine 1 Alessandro Ciccolini, Patrizio Focardi, Paolo Cantamessa
Violine 2 Marco Piantoni, Nunzia Sorrentino, Massimo Percivaldi
Viola Rosario Di Meglio
Violoncello Alberto Guerrero, Rebeca Ferri
Kontrabass Giorgio Sanvito
Orgel Patrizia Varone
DAS PROGRAMM
Georg Friedrich Händel
„Salve Regina“
Geistliches Konzert für Sopran, zwei Violinen, Violoncello und Orgel HWV 241
Text: Marianische Antiphon (Hermannus Contractus zugeschrieben)
Nicola Fiorenza (ca. 1700-1764)
Sinfonia a-Moll
Leonardo Leo (1694-1744)
„Salve Regina“
Geistliches Konzert für Sopran, Streicher und Basso continuo F-Dur
Text: Marianische Antiphon (Hermannus Contractus zugeschrieben)
Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736)
„Salve Regina“
Geistliches Konzert für Sopran, Streicher und Orgel a-Moll
Text: Marianische Antiphon (Hermannus Contractus zugeschrieben)
Antonio Vivaldi (1678-1741)
Concerto D-Dur für Violine und Streicher aus L’estro armonico op. 3 Nr. 9 RV 230
„Salve Regina“
Geistliches Konzert für Sopran, Violine, Streicher und Basso continuo F-Dur RV 617
Text: Marianische Antiphon (Hermannus Contractus zugeschrieben)
Die gebürtige Mailänder Sopranistin
Roberta Invernizzi studierte zunächst Klavier und Kontrabass, ehe sie sich dem
Gesang zuwandte. Heute zählt sie zu den gesuchten Solistinnen vor allem in Vokalwerken des
Barockzeitalters und der Klassik. Mit ihrem von Monteverdi über Caldara bis Mozart reichenden
Repertoire ist sie gern gehörter Gast bei allen großen Festivals wie etwa in Salzburg, wo sie in
Aci, Galatea e Polifemo und die Piacere in Il Trionfo del Tempo sang. Partner vieler
Einstudierungen sind Dirigenten wie beispielsweise Nikolaus Harnoncourt, Martin Haselböck, Ivor
Bolton, Ton Koopman, Jordi Savall, Alan Curtis, Rinaldo Alessandrini, Ottavio Dantone oder Antonio
Florio. Auf ihren Tourneen zu zahlreichen Konzerthäusern und Theatern Europas und in den USA tritt
sie regelmäßig mit den renommiertesten Ensembles für Alte Musik auf (z. B. Concentus Musicus Wien,
Accademia Bizantina, Il Giardino Armonico, Cappella della Pietà dei Turchini u.s.w.). Roberta
Invernizzi hat inzwischen bei der Einspielung von mehr als sechzig CDs mitgewirkt, darunter sind
Händel-Werke wie das Dettinger Te Deum und die Opern Rodrigo und Floridante. Aufgrund ihrer
Aufnahme mit italienischen Kantaten Händels erhielt sie den Stanley Prize für die beste
Händel-Interpretation des Jahres 2007. Neben ihrer umfangreichen Konzerttätigkeit leitet die
Sängerin regelmäßig Meisterklassen an der Scuola Civica di Milano.
Der in Bari (Apulien) geborene Antonio Florio studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt und anschließend in Rom und Neapel zunächst Violoncello und Klavier, dann Komposition bei Nino Rota und Francesco d’A valos. Nach dem Diplom befasste er sich mit historischem Instrumentarium und barocker Aufführungspraxis. Diese Studien mündeten in intensive Forschungen zum Repertoire neapolitanischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. 1987 gründete er dazu sein eigenes Ensemble, dessen Name Cappella della Pietà dei Turchini bewusst an eines der vier bedeutenden Konservatorien Neapels von einst erinnern sollte. In reger Konzerttätigkeit holte er seitdem vergessene Opernwerke von Cavalli, Vinci, Paisiello und anderen Meistern aus jener Epoche ans Licht. Um solchen Wiederentdeckungen ein musikwissenschaftliches Fundament zu geben, entstand 1996 unter seiner Leitung das Centro di Musica Antica „Pietà de‘ Turchini“ als Forschungsstätte für die Musik Neapels von 1500 bis 1800. So wurde hier unter anderem 2004 die Edition von Vincis La Partenope erarbeitet. Wegen seiner Aktivitäten, die inzwischen auch außerhalb Italiens Aufmerksamkeit erweckten, erhielt Florio z. B. im Rahmen des Alte-Musik-Festivals „Mousiké“ in Bari 2006 den ersten Preis für die Verbreitung der mediterranen Musik, des Weiteren die Preise für das Dirigat der ersten Aufführung in heutiger Zeit von Domenico Scarlattis Ottavia (2007) und für die Einstudierung der Oper Alidoro von Leonardo Leo (2008, auf DVD dokumentiert), sowie – zusammen mit seinem Ensemble – den von der Stadt Neapel vergebenen Premio Napoli in der Sparte „Verborgene Größen“. Hervorzuheben sind auch Florios Seminare und Meisterkurse über Barockgesang im Centre de Musique Baroque in Versailles, in der Fondation Royaumont und dem Konservatorium von Toulouse. Am Konservatorium „San Pietro a Majella“ in Neapel hat er Professur für Kammermusik (Stilistik und Repertoire im Barock) inne.
Das 1987 von Antonio Florio gegründete
Ensemble I Turchini war bis 2010 als Cappella della Pietà de‛ Turchini bekannt.
Mit dem Namen erinnerte es an ein seit 1800 nicht mehr bestehendes Waisenhaus in Neapel, das
weniger wegen seiner blau (turchino) gekleideten Zöglinge, sondern wegen seiner hervorragenden
Musikpflege als „Conservatorio“ berühmt geworden war. Zum Ensemble gehören sowohl Instrumentalisten
als auch Sänger. Alle sind auf die Aufführung neapolitanischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts
und die Wiederentdeckung vergessener Kompositionen und Komponisten jener Zeit spezialisiert. Die
Originalität ihrer Programme und die strikt beachtete historische Aufführungspraxis führten I
Turchini an die Spitze der Alte-Musik-Szene in Italien und Europa. Das Ensemble konzertiert in
vielen bedeutenden Konzertsälen und Theatern der Welt (Accademia di Santa Cecilia in Rom, Teatro di
San Carlo und Associazione Scarlatti in Neapel, Palau de la Música in Barcelona, Berliner
Philharmonie, Wiener Konzerthaus, Teatro Lope de Vega in Sevilla und Brüsseler Théâtre de la
Monnaie) und nimmt regelmäßig an den größten europäischen Festivals Alter Musik teil wie etwa in
Cremona, Versailles, Nancy, Madrid, Potsdam, Paris, Royamount, La Coruña sowie in Tel Aviv. Mit der
Produktion Festa Napoletana ihres Leiters Florio reisten die Musiker auch nach China. Zum
einzigartigen Projekt wurde die gleichzeitige Realisierung der Partenope-Opern von Vinci und Händel
2006 in der Pariser Cité de la Musique. Das Ensemble kann neben Aufnahmen für Radio France, die
Londoner BBC sowie den belgischen, spanischen, deutschen und österreichischen Rundfunk auf eine
große Diskographie verweisen. Die Einspielungen von zumeist selten gespielten oder wiederentdeckten
Werken bei den Labels Symphonia und Opus 111-Naive wurden mehrfach von der internationalen Kritik
ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2011 bei Glossa Il canto della Sirena mit Kantaten des
neapolitanischen Barock.
Karten: 30, 20 €


