Mittwoch, 6. Juni 2012 19:30 Marktkirche zu Halle

Joshua HWV 64 - Libretto: anonym

Oratorium von Georg Friedrich Händel


RIAS Kammerchor

Joshua HWV 64       

Oratorium in drei Akten
von Georg Friedrich Händel

Libretto: Verfasser unbekannt (Thomas Morell?)


Aufführung in englischer Sprache

ZUM KONZERT

Händels dreiaktiges Oratorium Joshua entstand in der Zeit vom 19. Juli bis zum 19. August 1747, und es wurde am 9. März 1748 in London im Theatre Royal in Covent Garden uraufgeführt. Es folgten drei weitere Vorstellungen. Das Werk ist vergleichsweise kurz. Als Zwischenaktmusik vor dem dritten Akt erklang wahrscheinlich das Concerto a due cori in B-Dur HWV 332. Die Sänger der esten Spielzeit waren
Joshua - Thomas Lowe (Tenor)
Caleb - Henry Theodore Reinhold (Bass)
Othniel - Caterina Galli (Mezzosopran)
Achsah - Domenica Casarini (Sopran)
Angel - [nicht identifiziert] (Tenor)
Die Oratorienspielzeit im Frühjahr 1747 war für Händel außerordentlich erfolgreich und sein neues Oratorium Judas Maccabaeus wurde sehr gut angenommen. Ermutigt durch diesen Erfolg, schrieb er im Sommer 1747 gleich zwei neue Oratorien für die kommende Saison, das andere Werk war Alexander Balus. Beides waren Stoffe aus dem Alten Testament, die mit dem Sieg der Israeliten endeten. In Joshua erobern die Israeliten Kanaan. Eingebettet in die Handlung ist die frei erfundene Liebesgeschichte zwischen dem Kommandeur Othniel und Achsah, der Tochter des Ältesten der Israeliten. Der Librettist ist unbekannt. Lange wurde vermutet, Thomas Morell könnte der Autor gewesen sein, doch das Libretto wird in seinem autobiographischen Bericht von ca. 1770 über die Zusammenarbeit mit Händel nicht erwähnt. Das durchgängig gereimte Libretto basiert auf dem Buch Exodus (2. Buch Mose), Kap. 12, dem Buch Levitikus (3. Buch Mose) Kap.23, Verse 9, 13, 14, dem Buch Josua, Kapitel 1, 3–11, 13–15 und dem Psalm 114.


KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Elizabeth Watts wurde 1979 in Norwich geboren. Sie war Mitglied des Chors der Norwich Cathedral und studierte an der Universität von Sheffield Archäologie, bevor sie 2002 ihr Gesangsstudium am Royal College of Music in London begann. Von 2005 bis 2007 war sie Mitglied des English National Opera’s Young Singers Programme und sie sang die Rolle des Papagena in Mozarts Die Zauberflöte und die der Barbarina in Le nozze di Figaro, außerdem in Claudio Monteverdis L'Orfeo und Henry Purcells King Arthur. In der Spielzeit 2010/11 war sie in den Partien der Pamina in der Welsh National Opera und die der Marzelline im Royal Opera House, Covent Garden, zu hören. 2007 vertrat sie England bei der Cardiff Singer of the World Competition und gewann den Rosenblatt Recital Song Prize.
Mit der Boston Handel & Haydn Society unter Harry Christophers sang sie Mozarts Requiem, das als CD erscheinen wird. Ihre CD-Aufnahmen umfassen Schubert-Lieder, Arien von Johann Sebastian Bach, Thomas Arnes Artaxerxes, Händels Messiah mit der Huddersfield Choral Society und das Brahms-Requiem mit dem London Philharmonic Orchestra.

Die 1983 in Oldenburg geborene Mezzosopranistin Wiebke Lehmkuhl studierte zunächst Flöte, unter anderem bei Carin Levine (Querflöte), Barthold Kuijken und Laurence Dean (Traversflöte). Ihre Gesangsausbildung begann bei Ulla Groenewold, bevor sie in Hamburg bei Prof. Hanna Schwarz studierte. 2006 gewann sie den Mozartpreis der Stadt Hamburg. Zunächst wurde sie als Konzertsängerin bekannt. Zu Ihrem Repertoire zählen alle großen oratorischen Werke von Bach, Händels Messiah, Solomon, Jephtha, Theodora, La Resurrezione; Mendelssohns Paulus, Walpurgisnacht, Elias; Honnegers Roi David, Dvořáks Stabat Mater, Pergolesis Stabat Mater, Brahms Alt- Rhapsodie und Rossinis Petite Messe solennelle. Sie sang in Pucells Dido and Aenaeas, trat aber auch in Wagner-Opern auf und arbeitete mit Dirigenten wie Philippe Jordan, Riccardo Chailly, Alessandro De Marchi, Reinhard Goebel, Nikolaus Harnoncourt, Andreas Spering, Helmut Rilling, Ingo Metzmacher, Marc Minkowski, Hans-Christoph Rademann und Franz Welser- Möst zusammen. 2008 ist sie festes Mitglied im Ensemble des Opernhauses Zürich.
Der Tenor Thomas Hobbs wurde in Exeter geboren und nahm Gesangsunterricht bei Ian Partridge bevor er sein Gesangsstudium am Royal College of Music in London unter Neil Nackie begann. Er vervollkommnete seine Ausbildung an der Royal Academie of Music unter Ryland Davies. Thomas Hobbs trat mit zahlreichen führenden Ensembles auf und spielte CDs ein, dazu gehören The Cardinall’s Musick, The Tallis Scholars, I Fagiolini, The Sixteen, Polyphony, Ensemble Plus Ultra, Ex-Cathedra und das Dunedin Consort.
Als Opernsänger debütierte er in der Rolle des Fileno in Haydns La fedelta premiata unter Trevor Pinnock. Zu seinem Repertoir zählen u.a. die Titelrolle des Albert Herring in der gleichnamigen Oper von Benjamin Britten, die Partie des Ferrando in Mozarts Così fan tutte, Acis in Händels Serenata Acis and Galatea, Tempo in Händels Il Trionfo del Tempo e del Dinsinganno; er sang im Messiah und in Israel in Egypt und die Rolle des Telemaco für die English National Opera in Monteverdis Il ritorno d'Ulisse. Als Konzertsänger war er u.a. mit Schuberts Zyklus Die schöne Müllerin und Schumanns Liederkreis op. 39, Hugo Wolfs Mörike Liedern, Vaughan Williams On Wenlock Edge, Brittens Winter Words und Liedern von Haydn, Mozart und Beethoven zu hören.

Der britische Bariton Roderick Williams wurde 1965 in London geboren. Er ist ein Opern-und Konzertsänger mit einem breiten Repertoir vom Barock bis zu Musik der Gegenwart. Nach seimen Studium arbeitete er zunächst für drei Jahre als Lehrer an einer Schule und ließ sich in dieser Zeit als professioneller Sänger in der Opernklasse der Londoner Guildhall School of Music ausbilden. Er ist ein außerordentlich vielseitiger Künstler, dessen Repertoire den Bereich von Monteverdi bis hin zu dem zeitgenössicschen Peter Maxwell Davis umspannt.
Der Sänger debütierte als Tarquinius in Benjamin Brittens The Rape of Lucretia. In der Mitte der 1990er Jahre etablierte er sich als Opernsänger im Norden Großbritanniens und sang für die Opera North und die Scottish Opera. Er arbeitete mit führenden Klangkörpern zusammen, mit dem the BBC Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, The Sixteen, Le Concert Spirituel und vielen anderen. Er ist auf zahlreichen CDs zu hören und gewann nationale und internationale Preise. Roderick Williams ist auch ein Komponist, und seine Werke wurden in der Wigmore Hall, in der Barbican Hall, im Purcell Romm und life im nationalen Rundfuk uraufgeführt.


Das künstlerische Profil des RIAS Kammerchores ist weltweit ohne Vergleich. Kernbereich seines Repertoires, das von der Gregorianik bis zur Gegenwart reicht, ist die Musik des Barock sowie der klassischen und aktuellen Moderne. 2010 wählte die Zeitschrift Gramophone das Ensemble unter die 10 weltbesten Chöre.
Mit seiner Aufführungspraxis Alter Musik setzt der RIAS Kammerchor in seinen Konzerten und Aufnahmen internationale Maßstäbe. Bis heute gilt der Chor auf diesem Gebiet als führend: mit der musikalischen Auseinandersetzung mit Vertretern der Bach-Familie und der intensiven Zusammenarbeit mit René Jacobs wird der Schwerpunkt Alte Musik stets weiter vertieft.
Zugleich engagiert sich das Ensemble für die Musik der Gegenwart. Kompositionen von u.a. Schönberg, Krenek, Henze, Schnebel, Kagel, Reimann, Pärt, Tan Dun and Erkki-Sven Tüür verdanken dem Kammerchor ihre Ur- und Erstaufführungen. Zahlreiche Werke wurden dem RIAS Kammerchor gewidmet. In dieser Saison bringt er die Kompositionsaufträge an Benjamin Schweitzer Vergehn wie Rauch und Tigran Mansurian Requiem zur Uraufführung.
Gegründet 1948 vom Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins (RIAS) führten Karl Ristenpart, Herbert Froitzheim und Günther Arndt den RIAS Kammerchor zu überregionalem Ansehen. Chefdirigenten Uwe Gronostay (1972–1986), Marcus Creed (1987–2001) und Daniel Reuss (2003–2006) entwickelten den bezwingend klaren und stilsicheren Klang, der international für den RIAS Kammerchor steht. Hans-Christoph Rademann, Chefdirigent seit 2007, entwickelt das Repertoire und die Stilistik in der gesamten Breite weiter.
Gastspielreisen führen das Ensemble als Kulturbotschafter Deutschlands in dieser Saison nach Südkorea, Frankreich, Italien, Luxemburg, in die Niederlande, nach Österreich und Spanien.
Dem Label harmonia mundi France exklusiv verbunden, werden den durchweg mit internationalen Preisen ausgezeichneten Einspielungen des RIAS Kammerchores ausnahmslos Referenzstatus zuerkannt. Jüngste Einspielung ist Johann Christian Bachs Missa da Requiem.
Der RIAS Kammerchor ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin). Gesellschafter sind Deutschlandradio Kultur, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Hans-Christoph Rademann ist seit 2007 Chefdirigent des RIAS Kammerchores. Richtungweisende Zeichen setzt er durch seine Interpretationen der Werke von Bach und Händel, von Felix Mendelssohn Bartholdy und Ernst Krenek. Sein aktueller Schwerpunkt liegt momentan auf Wiederentdeckungen von Stücken aus der Bach-Familie.
Er sucht den Dialog mit zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten über Möglichkeiten und Perspektiven vokalen Komponierens. Kompositionsaufträge ergingen unter anderem an Tigran Mansurian, Steffen Schleiermacher, Benjamin Schweitzer und an Samir Odeh-Tamimi.
Hans-Christoph Rademann (geb. 1965) studierte an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden Chor- und Orchesterdirigieren. Er gründete den Dresdner Kammerchor, mit dem er sich einen hervorragenden Namen im In- und Ausland erarbeitete, und den er noch heute leitet. Bis 1999 stand er an der Spitze der Singakademie Dresden, eines der traditionsreichsten Chöre Sachsens.
Von 1999 bis 2004 leitete er als Chefdirigent den NDR Chor und war damit sowohl für die eigenständigen Konzerte des Ensembles wie für die Zusammenarbeit mit dem NDR Sinfonieorchester unter Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Sir Roger Norrington und Semyon Bychkov verantwortlich.
Als Gastdirigent arbeitete Hans-Christoph Rademann mit dem Rundfunkchor Berlin, dem Collegium Vocale Gent, den Chören des Bayerischen, des Mitteldeutschen und des Südwest-Rundfunks; er dirigierte Orchester wie die Staatskapelle Dresden, die Dresdner Philharmonie, die NDR Radiophilharmonie Hannover, das Rotterdams Philharmonisch Orkest, Concerto Köln, das Freiburger Barockorchester und die Akademie für Alte Musik Berlin.
Für seine Verdienste um das Dresdner Musikleben wurde Hans-Christoph Rademann mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt ausgezeichnet, 2008 wurde ihm die Sächsische Verfassungsmedaille verliehen. 2000 erhielt er den Ruf zum Professor für Chorleitung an die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Für das 2010 gegründete Musikfest Erzgebirge wurde Hans-Christoph Rademann zum Intendanten ernannt.

Die Akademie für Alte Musik Berlin (kurz Akamus) feiert im Jahr 2012 ihr bereits 30-jähriges Bestehen. 1982 in Ost-Berlin gegründet, gehört Akamus heute zur Weltspitze der Kammerorchester und kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte verweisen. Die internationale Bedeutung des Orchesters zeigt sich in der Vielzahl seiner Gastspiele im In- und Ausland. Regelmäßig gastiert das Ensemble in allen musikalischen Zentren Europas, Asiens, sowie Nord- und Südamerikas. Im Jahr 2011 führten Konzert- und Operngastspiele das Orchester in neun europäische Länder, auf eine ausgedehnte USA-Tournee und erstmals nach China. 
Seit 1984 gestaltet das Ensemble eine eigene Abonnementreihe im Konzerthaus Berlin und ist seit 1994 regelmäßiger Gast an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Akamus präsentiert sich mit rund 100 Auftritten pro Jahr in Besetzungsgrößen vom Kammerensemble bis zum sinfonischen Orchester. Das Ensemble musiziert unter der wechselnden Leitung seiner Konzertmeister Midori Seiler, Stephan Mai, Bernhard Forck und Georg Kallweit sowie ausgewählter Dirigenten.
Besonders mit René Jacobs verbindet das Ensemble seit beinahe 25 Jahren eine enge künstlerische Partnerschaft, aus der zahlreiche gefeierte Opern- und Oratorienproduktionen hervorgegangen sind. Zuletzt wurde die unter Jacobs‘ Leitung erschienene CD-Einspielung von Mozarts Oper Die Zauberflöte in der deutschen und internationalen Presse hochgelobt und erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Erfolgreiche künstlerische Verbindungen bestehen ebenfalls mit den Dirigenten Marcus Creed, Daniel Reuss, Peter Dijkstra und Hans-Christoph Rademann. Hervorzuheben ist die kongeniale Kooperation mit dem RIAS Kammerchor, von deren Qualität zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen zeugen. Mit renommierten Solisten wie Cecilia Bartoli, Andreas Scholl, Sandrine Piau und Bejun Mehta arbeitet Akamus regelmäßig zusammen. Gemeinsam mit der Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests, entstanden Erfolgsproduktionen wie Dido & Aeneas (Musik: Henry Purcell) und Medea (Musik: Pascal Dusapin). Auch mit dem Aufsehen erregenden inszenierten Konzert 4 Elemente – 4 Jahreszeiten festigte die Akademie für Alte Musik Berlin ihren internationalen Ruf als kreatives und innovatives Ensemble.
Weit über eine Million verkaufte Tonträger sind Ausdruck des internationalen Erfolgs des Orchesters. Die seit 1994 exklusiv für das Label harmonia mundi France produzierten Aufnahmen wurden mit allen bedeutenden Schallplattenpreisen ausgezeichnet: dem Grammy Award, dem Diapason d’O r, dem Cannes Classical Award, dem Gramophone Award sowie dem Edison Award. 2009 wurde die Akademie für Alte Musik Berlin mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für die DVD-Produktion der Purcell-Oper Dido & Aeneas mit Sasha Waltz & Guests ausgezeichnet und erhielt 2010 den MIDEM Classical Award und den Choc de l’année für seine Einspielung von Telemanns Brockes-Passion.

Karten: 45, 35, 20 €


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