11. ORGELNACHT
20:00 Uhr, Dom zu Halle
Martin Stephan an der Stephani-Orgel von 1799
Samuel Scheidt (1587–1654)
Bergamasca SSWV 560
aus Tabulatura nova
Johann Pachelbel (1653–1706)
Magnificat quarti toni
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
„Wer nur den lieben Gott lässt walten“ BWV 691,690, 691a, 642
Präludium und Fuge d-Moll BWV 539
Martin Stephan (*1952)
Improvisation über ein Thema von G.F.Händel
21:00 Uhr, St. Moritzkirche
Matthias Mück an der Sauer-Orgel von 1925
John E. Cook (1918-1984)
Fanfare
Louis Vierne (1878–1937)
Préambule – Arabesque – Carillon
aus den 24 Pièces en style libre op. 31
Eugène Gigout (1844-1925)
Scherzo
Toccata h-Moll
Matthias Mück
Improvisationen über gegebene Themen
22.00 Uhr, Marktkirche zu Halle
Irénée Peyrot an der Reichel-Orgel von 1664
Friedrich Wilhelm Zachow (1663–1712)
Präludium in C-Dur LV 55
„Erbarm dich mein, o Herre Gott“ LV 18
„Wie schön leuchtet der Morgenstern“ LV 43
„Komm Heiliger Geist“ LV 8
„Was mein Gott will, das g'scheh allzeit“ LV 23
„Jesu, der du meine Seele“ LV 6
Fuge in G-Dur LV 62
Irénée Peyrot an der Schuke-Orgel von 1984 (Prospekt von Christoph Cuntius, 1716)
Friedrich Wilhelm Zachow
„Jesaja, dem Propheten, das geschah“ LV 48
„Auf meinen lieben Gott“ LV 26
„Es ist das Heil uns kommen her“ LV 29
„Ich ruf zu dir“ LV 5
„Christ lag in Todesbanden“ LV 47
„In dulci jubilo” LV 34
Fantasia LV 63
23:00 Uhr, Konzerthalle Ulrichskirche
Martin Stephan an der Sauer-Orgel von 1980
Johann Sebastian Bach
Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552
„O Mensch, bewein' dein' Sünde groß“ BWV 622
Choralbearbeitung
Georg Friedrich Händel
Präludium und Fuge f-Moll
= aus der Suite Nr. 8 f-Moll HWV 433
Prélude (auch HWV 568) – Allegro (als Fuge bearbeitet)
Arrival of the Queen of Sheba
Sinfonia aus dem Oratorium Solomon HWV 67
Orgelfassung: E. W. Maynard
Carl Piutti (1846–1902)
Fest-Hymnus für Orgel op. 20
Max Reger (1873–1916)
Introduktion und Passacaglia f-Moll
aus Monologe für Orgel op.63
Martin Stephan (*1952)
Improvisation über ein Thema von Georg Friedrich Händel
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Matthias Mück
1967 in Mainz geboren • Studium von 1982 bis 1985 kath. Kirchenmusik am Bischöflichen
Institut für Kirchenmusik in Mainz und von 1990 bis 1998 an der Johannes-
Gutenberg-Universität Mainz, später an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende
Kunst Frankfurt am Main in der Orgelklasse von Prof. Martin Lücker • von 1997 bis 2000 Organist in
Frankfurt am Main-Unterliederbach • zweiter Chorleiter und Korrepetitor im Chor der Stadt Wiesbaden
• 2001 bei Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser (Fulda)
Konzertexamen Orgelimprovisation • seit 2000 Berufung zum Kathedralmusiker und
verantwortlicher Kirchenmusiker an die Kathedrale und Propsteikirche St. Sebastian Magdeburg •
Dozent für Gregorianik, Orgelbau und Orgelspiel • seit 2001 Lehrbeauftragter für das Fach Orgel am
Konservatorium „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg • seit 2007 amtlicher Orgelsachverständiger des
Bistums Magdeburg
Irénée Peyrot
1972 in Lyon geboren • Studium in den Hauptfächern Orgel und Bratsche an den
Staatlichen Conservatoires von Lyon und St. Etienne, in beiden Fächern jeweils mit einem ersten
Preis ausgezeichnet • Abschluss der Orgelausbildung an der Musikhochschule Lübeck bei Martin
Haselböck, ebenfalls mit Auszeichnung • parallel zu A-Kirchenmusikstudium bereits Organist an der
St. Jakobi-Kirche zu Lübeck • rege Konzerttätigkeit in den meisten Ländern Europas und Übersees •
seit einigen Jahren besonderer interpretatorischer Akzent auf Orgelwerke Max Regers, insbesondere
dessen Transkriptionen von Klavierwerken Johann Sebastian Bachs • diverse CD- und
Rundfunkeinspielungen (Werke von Reger), Transkriptionen, auch mit Orchestern und instrumentalen
Duopartnern • 2002 bis 2004 Organist und Kantor an der Johannes-Kirche zu Ahrensburg • seit 2005
Kantor an der Marktkirche zu Halle.
Martin Stephan
Studium in Eisenach und an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar in
Fächern Orgel und Dirigieren • in Vilnius und Kaunas eine Ausbildung zum Carilloneur
(Glockenspieler) • nach Kapellmeister-Tätigkeit an den Städtischen Bühnen zu Erfurt
Carilloneur am Glockenspiel „Bartholomäusturm“ und Organist an den Erfurter Museen •
1986 Organist der Konzerthalle Ulrichskirche und bis 2002 Carilloneur am Roten Turm zu Halle •
1997-2002 zusätzlich Titularorganist an St. Georgen (Taufkirche Johann Sebastian Bachs) in
Eisenach • 1976-1989 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik Weimar in den Abteilungen Orgel,
Dirigieren und Schulmusik sowie Assistent des Kammerchores unter G. Frischmuth • 1986 bis 2002
Lehrtätigkeit an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle in den Fächern
Orgel-Literatur, Improvisation und Chorleitung sowie Leitung des Hochschulchores • seit 2003 Kantor
und Organist an St. Nicolai in Westerland (Sylt) • Konzertreisen als Organist nach Frankreich,
Italien, Belgien, Ungarn, Russland, Polen, das ehemalige Jugoslawien und in die USA • als Dirigent,
Organist und Cembalist Zusammenarbeit u. a. mit dem Philharmonischen Staatsorchester Halle (heute
Staatskapelle Halle), der Jenaer Philharmonie und Spitzensolisten im In- und Ausland •
Mitwirkung bei zahlreichen CD- Produktionen.
Die
Sauer-Orgel von 1925 erklingt erstmalig zu den Festspielen
Die Orgel der Moritzkirche wurde 1925 als Opus 1307 von der Werkstatt Wilhelm Sauer
(Frankfurt/Oder) erbaut und stellt ein bedeutendes Denkmal spätromantischen Orgelbaus dar. Dass die
Orgel von der Anlage her durchaus auch als Konzertinstrument vorgesehen war, davon zeugen die
opulente Ausstattung mit Spielhilfen und der Ausbau der Manualklaviaturen auf fünf ganze Oktaven,
was 1925 als revolutionär galt. Der Ruf der Orgel hallte weit über die Stadtgrenzen hinaus, sodass
es nicht schwer war, bedeutende Organisten nach Halle zu verpflichten. Nach umfassender
Restaurierung erklang sie anlässlich der 600-Jahrfeier der Moritzkirche 2011 erstmals wieder in
vollem Glanz und begeistert Organisten und Zuhörer gleichermaßen. Erstmals ist sie nun auch im
Rahmen der Händel-Festspiele zu hören.


