Samstag, 2. Juni 2012 19:30 G.-F.-Händel-Halle

Poro, Re dell’ Indie HWV 28 (konzertante Aufführung)

Oper von Georg Friedrich Händel


Kammerorchesterbasel

Libretto: Bearbeiter unbekannt (nach Alessandro nell’Indie von Pietro Metastasio, Rom 1730, Musik: Leonardo Vinci)
DIE PERSONEN

Poro              Franco Fagioli, Alt
Cleofide        Veronica Cangemi, Sopran
Gandarte      Kristina Hammarström, Alt
Erissena       Sonia Prina, Alt
Alessandro   James Gilchrist, Tenor
Timagene     David Wilson-Johnson, Bass

KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Der zu den weltweit erfolgreichsten Countertenören gehörende Franco Fagioli wurde 1981 in San Miguel de Tucumán (Argentinien) geboren. Zunächst studierte er Klavier, konzentrierte sich dann aber auf sein Gesangsstudium an der Kunstakademie des Teatro Colón in Buenos Aires.
Franco Fagiolis Interpretation von Händel-Helden wie etwa Giulio Cesare, Ariodante, Teseo, Bertarido und zuletzt von Rossinis Arsace in Aureliano in Palmira sorgten für eine Sensation. Mit technischer Perfektion und seiner in jeder Stimmlage strahlenden Stimme setzte er neue Maßstäbe. Auszeichnungen wie der vielbeachtete Premio Abbiati als „Bester Sänger des Jahres“ (2011) belegen das und bilden die Eckpfeiler seiner internationalen Karriere. Mit der Titelpartie von Händels Giulio Cesare wurde er in Zürich, Oslo und Karlsruhe stürmisch gefeiert. Er hat mit Dirigenten wie Rinaldo Alessandrini, Alan Curtis, Diego Fasolis, Gabriel Garrido, Nikolaus Harnoncourt, Michael Hofstetter, René Jacobs, Konrad Junghänel, Jose Manuel Quintana, Marc Minkowski, Riccardo Muti und Christophe Rousset zusammengearbeitet.
Die Höhepunkte der letzen Spielzeiten waren u. a. Händels Teseo (Titelpartie) an der Staatsoper Stuttgart, Ariodante (Titelpartie) bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe, Bertarido in Rodelinda beim Festival della Valle d’Itria in Martina Franca sowie die Partie des Telemaco in der argentinische Erstaufführung von Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in patria, Orfeo in Glucks Orfeo ed Euridice am Teatro Colón in Buenos Aires, Nerone in L’incoronazione di Poppea an der Oper Köln sowie an der Sächsischen Staatsoper Dresden und die Partie des Arsace in Rossinis Aureliano in Palmira beim Festival della Valle d’Itria.

Die in Argentinien geborene Künstlerin Veronica Cangemi begann ihre Laufbahn zunächst als Cellistin beim Mendoza Symphony Orchestra. Erste Preise beim Nationalen Gesangswettbewerb in Argentinien und beim renommierten Francisco Viñas-Wettbewerb in Barcelona begründeten jedoch ihre internationale Karriere als Sopranistin. Mit ihrer leichten, geschmeidigen und gleichzeitig sehr emotionalen Stimme eroberte Veronica Cangemi in den letzten Jahren weltweit die großen Konzert- und Opernbühnen. Auch wenn sie singt, so scheint es, sucht die Argentinierin die Klangfarben des samtenen Celloklangs in ihrer Stimme.
In Europa trat sie in Armide sowie Hänsel und Gretel auf. Sie war zudem Ensemblemitglied der Opéra Lyon. Weitere Auftritte führten Veronica Cangemi an die wichtigen internationalen Opern- und Konzertbühnen, u. a. nach Glyndebourne, Bordeaux, Lissabon, Graz, Florenz, München, Dresden, Innsbruck, Berlin, Madrid, Paris, Buenos Aires, San Francisco, London, Venedig und zu den Salzburger Festspielen.
In der Spielzeit 2011/12 ist die Sopranistin an der Wiener Staatsoper, am New National Theatre Tokyo und zusammen mit Ivor Bolton an der Oper Amsterdam zu hören. Zahlreiche Konzerte mit namhaften Barockensembles ergänzen ihre Tätigkeit.

Die Mezzosopranistin Kristina Hammarström gehört zu den renommiertesten Opernsängerinnen Schwedens. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie in Stockholm. Gastspiele brachten sie an international wichtige Häuser wie etwa an die Mailänder Scala, die Opéra National de Paris, das Théâtre des Champs-Elysées, die Opéra National du Rhin Strasbourg, das Chicago Opera Theater, die Königliche Oper Stockholm sowie zu den Festspielen in Aix-en Provence, den Innsbrucker Festwochen und zum Drottningholm Festival Stockholm.
Zu ihren Rollen zählen u. a. Bradamante (Alcina) an der Mailänder Scala, Cornelia (Giulio Cesare) an der Opera Bilbao, Teseo (Arianna in Creta) in London, Birmingham, Brighton und Braunschweig, Onoria (Ezio) in Paris, Wien, Montpellier und Herne. Ihr umfangreiches Konzertrepertoire umfasst Werke von Bach, Händel und Mozart. Sie arbeitet regelmäßig mit führenden Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Daniel Harding, Philippe Herrewege, Manfred Honeck, Andrew Manze und John Nelson zusammen. In Schweden war sie im Herbst 2011 mit dem Göteburger Symphonie Orchester in Dvořáks Requiem zu hören.

Sonia Prina studierte Trompete und Gesang am Guiseppe Verdi Konservatorium in Mailand. Seit 1997 ist sie vor allem in Barockopern zu hören. Ihre einzigartige Altstimme erfuhr schnell internationale Beachtung.
Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere gehören unter anderem die Rollen des Orlando in Händels Orlando am Sidney Opera House, Clarice in Rossinis La pietra di paragone am Théâtre du Châtelet in Paris, Rinaldo in Händels Rinaldo am Teatro alla Scala in Mailand, Bradamante in Alcina und Cornelia in Giulio Cesare am der Bayrischen Staatsoper in München. Sonia Prina hat eine besondere Vorliebe für Händel und arbeitet in diesem Zusammenhang mit namhaften Dirigenten wie Ivor Bolton, Diego Fasolis, Ottavio Dantone und Rinaldo Alessandrini zusammen.
Die italienische Künstlerin tritt in ganz Europa, Südamerika und Japan auf – zusammen mit wichtigen Barockorchestern wie Accademia Bizantina, Il Giardino Armonico und dem Ensemble Matheus. Ihre nächsten Engagements wird Sonia Prina auf die Opern- und Konzertbühnen von Frankfurt a. M., Glyndebourne, Houston, Paris, Moskau und Barcelona führen.

James Gilchrist begann als Chorsänger am New College in Oxford und dem King’s College in Cambridge, wo er Medizin studierte, bevor er sich 1996 zu einer professionellen Laufbahn als Sänger entschloss. International bekannt wurde der Tenor 2000 als Teilnehmer der Bach Cantata Pilgrimage des Monteverdi Choir und der English Baroque Soloists unter der Leitung von John Eliot Gardiner. Er trat als Konzert-, Opern- und Oratoriensänger auf, etwa in Mozarts Requiem mit dem Seattle Symphony Orchestra, in Berlioz’ L’enfance du Christ mit dem Monteverdi Choir & Orchestra bei den BBC Proms, in Händels Judas Maccabaeus mit dem Danish Radio Orchestra und in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit dem Tonhalle Orchester Zürich unter Ton Koopman.
Die Opernauftritte Gilchrists umfassen u. a. Benjamin Brittens The Turn of the Screw an der New Chamber Opera, Händels Acis and Galatea an der Berliner Staatsoper und Glucks Alceste an der La Monnaie in Brüssel. Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes sang er 2005 in der Aufführung von Brittens War Requiem unter Thomas Neuhoff in der Bonner Beethovenhalle. Mit dem Bach-Verein Köln, ebenfalls unter der Leitung von Thomas Neuhoff, arbeitet Gilchrist regelmäßig zusammen.

Der britische Bariton David Wilson-Johnson studierte Moderne Sprachen am St. Catharine’s College, Cambridge, und Gesang an der Royal Academy of Music in London. Während seiner mittlerweile vierzig Jahre anhaltenden Karriere trat er auf den großen Opern- und Festivalbühnen der Welt auf. Er sang unter bedeutenden Dirigenten wie David Atherton, Pierre Boulez, Frans Brüggen, Sir Colin and Sir Andrew Davis, Charles Dutoit, Carlo-Maria Giulini, Hartmut Haenchen, Nikolaus Harnoncourt, Oliver Knussen, Reinbert de Leeuw, Gustav Leonhardt, Sir Charles Mackerras, Zubin Mehta, Kenneth Montgomery, André Previn, Sir Simon Rattle, Gennadi Rozhdestvensky and Evgeny Svetlanov.
Sein Operndebüt gab er 1976 im Covent Garden Theatre in Henzes We Come to the River. Weit über zwanzig Jahre lang sang der Bariton dort regelmäßig. Sein umfangreiches Repertoire umfasst Partien aus Billy Budd, Le Rossignol, L’Enfant et les sortilleges, Boris Godunov, Turandot, Werther, Die Zauberflöte, Arianna, Cosí fan tutte, Die Meistersinger von Nürnberg u. a.
Neben seinen zahlreichen Auftritten als Opern- und Konzertsänger runden über 200 CD-Aufnahmen David Wilson-Johnsons Profil als Musiker ab. Er lehrt in Amsterdam und London.

Der in Ravenna (Italien) geborene Enrico Onofri arbeitete bereits wärend des Studiums als Konzertmeister der La Capella Reial. Seit 1987 wirkt er als Konzertmeister und Solist von Il Giardino Armonico und darüber hinaus in Ensembles wie Concentus Musicus Wien, Ensemble Mosaïques und Concerto Italiano. Enrico Onofri ist Gründer und Leiter des 2000 ins Leben gerufenen Ensemble Imaginarium. Seit 2002 tritt er außerdem erfolgreich als Dirigent in Erscheinung. Einladungen zu internationalen Festspielen in Europa und Japan folgten. Seit 2005 dirigiert er das Divino Sospiro, das Residenz-Barockorchester des Centro Cultural de Belém in Lissabon.
Enrico Onofri arbeitet mit weltweit bedeutenden Künstlern wie Cecilia Bartoli, Nikolaus Harnoncourt, Gustav Leonhardt, Katia & Marielle Labèque und Christophe Coin zusammen. Seine zahlreichen CD-Aufnahmen wurden mit renommierten, internationalen Preisen ausgezeichnet.
Neben seinen Tätigkeiten als Dirigent und Violinist unterrichtet Enrico Onofri Barockvioline und Historische Auffürungspraxis am Conservatorio Bellini in Palermo. Er hält regelmäßig Meisterkurse in Europa und Japan, im Jahr 2011 auch an der Juilliard School in New York.

Das kammerorchesterbasel steht für transparenten, flexiblen Orchesterklang und Entdeckerlust auf der Suche nach neuen Wegen der Interpretation und die programmatische Kombination von Alter und Neuer Musik in der Tradition von Paul Sachers Basler Kammerorchester. Es wurde 1984 von Absolventen verschiedener Schweizer Musikhochschulen gegründet. Heute gehören Einladungen zu den wichtigsten Konzertorten und Festivals der europäischen Klassikszene für das Orchester ebenso auf den Spielplan wie die eigene Basler Abonnementsreihe.
Das Orchester spielt gerne unter der musikalische Leitung der eigenen Konzertmeister und schätzt die Zusammenarbeit mit wechselnden Dirigenten wie Paul Goodwin, Kristjan Järvi und Paul McCreesh. Mit Giovanni Antonini erarbeiten die Musiker den Zyklus der Sinfonien Beethovens. Für die Einspielung der Sinfonien 3 und 4 wurde das Orchester bereits mit dem ECHO Klassik als „Ensemble des Jahres 2008“ ausgezeichnet. Die CD-Edition Klassizistische Moderne (Leitung Christopher Hogwood) sowie die Einspielungen von Händels Opern und Oratorien nach der Neuen Hallischen Händel-Ausgabe (Leitung Paul Goodwin) erfuhren uneingeschränktes Kritikerlob.
Renommiert ist die Liste der Solisten, welche gemeinsam mit dem kammerorchesterbasel konzertieren, etwa Cecilia Bartoli, Sol Gabetta, Andreas Scholl, Angelika Kirchschlager, Matthias Goerne, Sabine Meyer, Vesselina Kasarova, Angela Hewitt, Renauld Capucon, Victoria Mullova, Nuria Rial.

Karten: 60, 45, 35, 25, 20 €


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