Freitag, 8. Juni 2012 18:00 Konzerthalle Ulrichskirche

Festkonzert Philippe Jaroussky und Marie-Nicole Lemieux

Aufruhr der Gefühle im 17. Jahrhundert


Ensemble Artaserse
Violine 1                          Alessandro Tampieri
Violine 2                          Raul Orellana
Viola da gamba               Christine Plubeau
Horn                                Judith Pacquier, Richard Seda
Harfe                               Angelique Mauillon
Perkussion                      Michèle Claude
Cembalo / Truhenorgel   Yoko Nakamura
Theorbe / Gitarre             Marco Horvat, Marcus Wolff


DAS PROGRAMM

Francesco Cavalli (1602–1676)
Sinfonia
aus der Oper L'Orione

Antonio Sartorio (ca. 1630–1680)
Duett „Cara e amabile catena"
aus der Oper Orfeo (Akt I, Szene 1)
Textdichter: Aurelio Aureli

Francesco Cavalli
Szene Linfea - Sattirino
aus der Oper La Calisto (Akt I, Szene 12-13)
Textdichter: Giovanni Faustini (nach Ovid Metamorphoses II, 401-530)

Francesco Cavalli
„Alle ruine del mio regno”
Lamento der Ecuba aus der Oper La Didone (Akt I, Szene 7)
Textdichter: Giovanni Francesco Busenello (nach Vergil Aeneis IV)

Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (ca. 1620–1669)
Sonata terza „La monella romanesca” für Violine und Basso continuo op. 4 Nr. 3
Adagio – Presto – (-) 

Francesco Cavalli
„Dove mi conducete“ / „Uscitemi dal cor lagrime amare"
Lamento des Idraspe aus der Oper L'Erismena  
Textdichter: Aurelio Aureli

Francesca Caccini (1587–1640)
Canzonetta „Che desia di saper che cosa è amore"
aus Il primo libro delle musiche
Textdichter: unbekannt

Claudio Monteverdi (1567–1643)
„Sento un certo non so che“
Szene Valetto - Damigella
aus der Oper L'incoronazione di Poppea SV 308 (Akt II, Szene 4)
Textdichter: Giovanni Francesco Busenello

PAUSE

Giacomo Carissimi (1605–1674)
Duetto da camera „Vaghi rai"
Textdichter: Domenico Benigni
 
Barbara Strozzi (1619–1677)
Lamento „Sul Rodano severo" op. 2 Nr. 17
aus Cantate, ariette e duetti per due voci e basso continuo op. 2
Textdichter: unbekannt

Francesco Cavalli
„Vanne intrepido o mio bene"
Arie aus der Oper Statira, Pricipessa di Persia (Akt II, Szene 9)
Textdichter: Giovanni Francesco Busenello

Marco Uccellini (1603/1610? –1680)
A Gran Battaglia op. 8 Nr. 34
aus Sinfonie boscarecie op. 8

Giacomo Carissimi
Duetto da camera Partenza della sua donna: „Rimanti in pace"
Textdichter: Carlo della Luna

Giovanni Legrenzi (1626-1690)
Sonata a tre „La spilimberga" op. 2 Nr. 2
aus [18] Sonate a due e tre [libro primo] op. 2

Benedetto Ferrari (1603-1681)
„Amanti, io vi so dire" sopra la ciaccona
aus Musiche e poesie varie a voce sola, libro terzo
Textdichter: Benedetto Ferrari

Claudio Monteverdi
„Di misera regina“
Lamento der Penelope
aus der Oper Il ritorno d'Ulisse in patria SV 325 (Akt I, Szene 1)
Textdichter: Giacomo Badoaro (nach Homer Odyssee, Gesänge XIII-XXIV)

Giovanni Felice Sances (ca. 1600-1679)
Cantada à due sopra la ciaccona „Lagrimosa beltà"
Textdichter: unbekannt

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Der Countertenor Philippe Jaroussky (geb. 1978) studierte zunächst Violine, Klavier und Komposition an den renommierten französischen Musikakademien von Versailles und Boulogne. Sein Gesangsstudium begann er 1996 bei Nicole Fallien, daran schlossen sich Studien in Alter Musik bei Michel Laplenie und Kenneth Weiss an der Pariser Ecole de Musique National-Régional an.
Der Sänger tritt mit den renommiertesten Barockorchestern auf, wie dem Venice Baroque Orchestra, Ensemble Matheus, Les Arts Florissants, Les Musiciens du Louvre, Le Concert d’Astrée, Le Cercle de l’Harmonie, Concerto Köln, Freiburger Barockorchester und Europa Galante unter Dirigenten wie Fabio Biondi, William Christie, Emmanuelle Haïm, René Jacobs, Marc Minkowski, Andrea Marcon, Jérémie Rhorer und Jean-Christophe Spinosi.
Sein Repertoire umfasst die bekannten Arien der Barockzeit und vergessenes Repertoire, wie von Caldara und Johann Christian Bach. Daneben widmet er sich aber auch den französischen Liedern des Fin de Siècle, sowie zeitgenössischen Kompositionen. Marc-Andre Dalbavie komponierte für ihn das Werk Sonnets de Louise Labé für Countertenor und Orchester, und 2012 wird die für Philippe Jaroussky geschriebene Oper Caravaggio von Suzanne Giraud uraufgeführt werden. Im selben Jahr wird er als Sesto Pompeo in Händels Oper Giulio Cesare mit Cecilia Bartoli bei den Salzburger Festspielen zu hören sein.
Nach einem Sabbatical wird er ab Oktober 2013 mit dem Venice Baroque Orchestra und Andrea Marcon auf Welttournee gehen.

Die Altistin Marie-Nicole Lemieux gewann 2000 als erste Kanadierin den Ersten Preis und den Sonderpreis für Liedgesang beim Queen Elisabeth International Music Competition in Belgien. Das öffnete ihr das Tor zu einer steilen internationalen Karriere mit Solo- und Konzetrauftritten mit den bedeutendsten Orchestern der Welt.
Auf der Bühne tritt Marie-Nicole Lemieux regelmäßig in großen Rollen auf – in Werken von Berlioz, Debussy, Gluck, Händel, Honegger, Monteverdi, Mozart, Rossini, Verdi, Vivaldi und Wagner. Jährlich wird sie an die wichtigen Häuser und zu den bedeutenden Musikfestivals in Europa und Nordamerika eingeladen, etwa an die Staatsoper Berlin, das Concertgebouw in Amsterdam, das Théâtre des Champs Élysées in Paris, die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles oder das Théâtre de la Monnaie in Brüssel.
Aufnahmen entstanden für verschiedene Labels, bevor Marie-Nicole Lemieux exklusiv bei NAÏVE unter Vertrag genommen wurde. Für NAÏVE entstanden über zehn Aufnahmen, darunter ihre erste Solo-CD L'Heure exquise, eine Sammlung französischer Kunstlieder mit Klavier, die von der Kritik euphorisch aufgenommen wurde, sowie Vivaldis Griselda und Orlando furioso, in denen sie jeweils die Titelrolle sang.
Auch ihre jüngsten Projekte führten sie nach Europa und Nordamerika. Sie sang in Falstaff am Théâtre des Champs Élysées, in der Matthäus-Passion im Concertgebouw unter Bernard Labadie, in der h-Moll-Messe in Washington mit dem National Symphony Orchestra und gab Konzerte mit Les Violons du Roy in Québec City und Montreal. 2011 trat sie in Quebec und erneut in Europa auf, u.a. mit Orlando furioso, Pélleas et Mélisande, Ariodante, Mahlers Achter Symphonie, Falstaff, Giulio Cesare und Œdipe. 2012 singt sie in Rossinis L’italiana in Algeri an der Opéra de Lorraine (Nancy, Frankreich) und erneut in Ariodante auf einer Europa-Tournee. Im Mai debutierte sie am Convent Garden Theatre London in Falstaff.
Ihre CD Ne me refuse pas (2010) wurde von der Académie Charles Cros (Frankreich) als Bestes Internationales Soloalbum ausgezeichnet. Ihre jüngste CD, Streams of Pleasure (2012, mit der Sopranistin Karina Gauvin und Il complesso Barocco unter Alan Curtis), wurde für den Juno Award nominiert.
2010 wurde Marie-Nicole Lemieux zum Doktor Honoris Causa der Quebec University in Chicoutimi ernannt.

Im Jahr 2002, nach langer Zusammenarbeit in den renommiertesten Barockensembles in Frankreich und anderen europäischen Ländern, schlossen sich Christine Plubeau (Viola da Gamba), Claire Antonini (Theorbe), Yoko Nakamura (Cembalo und Orgel) und Philippe Jaroussky (Countertenor) zum Ensemble Artaserse zusammen. Sie gaben im Oktober 2002 ein erstes und hochgelobtes Konzert im Théâtre du Palais-Royal in Paris mit Musiche a voce sola des italienischen Komponisten Benedetto Ferrari. Diese Musik wurde sofort aufgenommen und vom französischen Label Ambroisie veröffentlicht und erhielt prestigeträchtige Auszeichnungen (Diapason-découverte der Zeitschrift Diapason, 10 de Classica-Repertoire, Timbre de diamant der Zeitschrift Opera International u.a.).
Mit seiner Fähigkeit, sich in wechselnden Besetzungen an zahlreiche Repertoires u.a. mit Musik von Antonio Vivaldi oder Georg Friedrich Händel anzupassen, spielte das Ensemble nach und nach bei den bekanntesten Festivals in Frankreich, wie den Festivals von Ambronay, Zobel, Pontoise, Saint-Michel-en-Thiérache, Festival de Musique Ancienne de Lyon, der Salle Gaveau, dem Auditorium du Louvre und dem Théatre du Châtelet in Paris, dem Château de Versailles, der Oper Bordeaux, Nancy Opéra usw.
Im Ausland trat Artaserse bereits im Palais des Beaux Arts in Brüssel, in der Escurial in Madrid, dem Palau de la Musica in Valencia oder dem Festival von Santiago de Compostela (Spanien), beim Festival der Azoren (Portugal), beim Prager Festival für Alte Musik, im South Bank Center, im Barbican Center in London und in der Philharmonie in Krakau (Polen) auf.
Die Diskographie des Ensembles umfasst Benedetto Ferraris Musiche a voce sola (Ambroisie-naïve) und zwei erfolgreiche Alben für Virgin Classics: Virtuose Kantaten von Vivaldi und Beata Vergine mit italienischen Marienkompositionen des 17. Jahrhunderts (Timbre de Platine von Opera International u.a.).
2010/11 gab Artaserse sein Debüt am Théâtre des Champs-Elysées mit Philippe Jaroussky und Andreas Scholl und trat wieder im Barbican London und im Bozar in Brüssel auf, außerdem in Stockholm sowie bei den Festivals des Haut-Jura, Saint-Michel, Angers und Nantes in Froville. Im Juli 2011 ging das Ensemble erstmals mit Philippe Jaroussky auf Deutschlandtournee.

Karten: 55, 45, 25 €


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