Als Konzertstätte während der Händel-Festspiele bietet sich der über 700jährige Dom besonders
auch deswegen an, weil der junge Händel hier ein Jahr lang als Organist bei der reformierten
Gemeinde angestellt war.
Die wechselvolle Nutzungsgeschichte prägt das ehrwürdige Gebäude bis heute sichtbar: An die
Zeit der Erbauung als Klosterkirche der Dominikaner erinnert die turmlose Konzeption und das
frühgotische Gewölbe. Die wichtigste Phase, nämlich als Stiftskirche des Kardinals Albrecht und
letztendlich wirkungsloses Bollwerk gegen die Reformation, wird außen mit dem Rundbogen-Giebelkranz
und innen durch die Pfeilerfiguren, die Kanzel und andere Details repräsentiert. Die bei früheren
Restaurierungen eher stiefmütterlich bedachte Barockausstattung des 17. Jahrhunderts, als der „Dom“
die Hofkirche des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels (die herzogliche Familie, bei der Händels
Vater in Diensten stand) war, soll in den nächsten Jahren etwas stärker zur Geltung kommen. Die
Musica sacra wurde im Dom nicht nur zur Zeit des Hofkapellmeisters Samuel Scheidt sondern auch
nachweisbar in den letzten hundert Jahren stets gepflegt. Für die zurückliegenden fünfzig Jahre
seien Friedrich Wilhelm Schönherr und vor allem Reinhard Ohse genannt, der die Tradition der „
Händel-Gottesdienste“ fortführte. Die letzten großen Konzerte vor 1990 galten übrigens der
Aufführung des Messias: 1985 mit der Domkantorei Utrecht, 1988 durch die Kirchenmusikschule Halle,
heute Evangelische Hochschule für Kirchenmusik.



