Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Das Lauchstädter Sommertheater ist der einzige original erhaltene Theaterbau, in dem Johann Wolfgang Goethe während der 26 Jahre seiner Tätigkeit als ,,Oberdirektor” der 1791 neugegründeten Weimarer Hofschauspielergesellschaft gewirkt hat. 1802 wurde es nach genauen Vorgaben des Dichters errichtet

Der Zuschauerraum wurde nach seiner Farbenlehre in gelb, rot und grau gehalten und wird von einer zeltartigen, bemalten Leinwanddecke überwölbt. Die Maße der Bühne waren auf jene in Weimar abgestimmt, so dass das dortige Winterrepertoire problemlos auch in Lauchstädt gespielt werden konnte. Die Aufführung bekannter Werke der Weltliteratur verhalfen zusammen mit dem literarischen Ruf des Theaterleiters dem Lauchstädter Haus zu einer Berühmtheit weit über die des Kurbades Lauchstädt - des sogenannten ,,sächsischen Pyrmont” - hinaus. Für bekannte Dichter, Professoren und Philosophen, aber auch für Studenten, wurde der Besuch einer Aufführung, so schreibt Joseph von Eichendorf, ganz richtig als eine Nationalangelegenheit betrachtet. Doch zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Glanz der Aufführungsstätte vorüber, die Gebäude waren am Verfallen, und der Abriss drohte. Dank der Initiative des halleschen Intendanten Max Richards konnte das jedoch verhindert werden. Nach umfassender Sa-nierung und der Gründung eines Theatervereins wurden nun jährlich Festspiele sowie Aufführungen zu besonderen Anlässen durchgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg gesellten sich zur dramatischen Kunst auch die Oper, Operette und das Musical. Erst mit der erneuten Restaurierung 1965-1968 erhielt der Spielplan des Goethe-Theaters die Profilierung hin zu einem Repteroire mit klassischen und vorklassischen Werken der Dramatik und der Oper bzw. des Singspiels. Durch die Nähe zu Händels Geburtsstadt Halle erfährt die Pflege dessen Opernschaffens eine be-sondere Betonung. Wie überhaupt das OPERNHAUS Halle die Spezifik der histori-schen Lauchstädter Bühne mit ihrer rekonstruierten Technik berücksichtigt, so dass dadurch typische Inszenierungen für dieses Haus entstehen.


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Georg Friedrich Händel